Fachrichtung

Medikamentöse Tumortherapie

Die medikamentöse Tumortherapie

Unter dem Oberbegriff "medikamentösen Tumortherapie" lässt sich ein breites Therapiefeld der Krebstherapie mit Medikamenten in Form von Tabletten, Spritzen und Infusionen über die Vene ("Tropf") zusammenfassen. Früher gab es zur medikamentösen Behandlung maßgeblich nur die Chemotherapie, heute finden sich sehr viele verschiedene Ansätze zur Behandlung von Krebserkrankungen. Während beim Prostatakrebs über Blockade der Hormonachsen, insbesondere des Testosterons therapiert wird, wurde der Nierenkrebs bislang über Hemmung von Signalwegen in den Tumorzellen (Tyrosin- oder Multikinaseinhibitoren) behandelt. Während der oberflächlichliche Harnblasenkrebs unter anderem mit Einbringen abgeschwächter Bakterien in die Harnblase (BCG-Instillation) bekämpft wird, wird der fortgeschrittene Blasenkrebs aktuell noch klassisch mit Chemotherapie behandelt. Auch beim Hodenkrebs ist derzeit noch eine Kombinations-Chemotherapie üblich. In den letzten Jahren entwickelt sich indes ein weiterer, vielversprechender Therapiezweig mit der Antikörpertherapie. Hierbei wird das körpereigene Immunsystem zur Bekämpfung der Krebszellen aktiviert. 

In der Summe ist dank der rasch voranschreitenden medizinischen Forschung bereits ein breites Spektrum an verschiedenen Ansatzpunkten zur medikamentösen Therapie der urologischen Krebserkrankungen vorhanden. Jedes Jahr werden aufgrund umfangreicher Studien auch neue Medikamente oder neue Kombinationsmöglichkeiten zugelassen.

Um auch als Urologe bestimmte Therapien aus diesem Spektrum durchführen zu dürfen, bedarf es einer zusätzlichen Prüfung zur Subspezialisierung "Medikamentöse Tumortherapie". Zusätzlich nehmen wir an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen bzw. Kongressen teil, u.a. im Rahmen des Uroonkologischen Arbeitskreises Sachsen-Anhalt oder als Mitglider im Berufsverband der deutschen Urologen (BvDU) und der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU), um bei der sich rasch verändernden Therapielandschaft immer "up-to-date" zu bleiben.

Ein großer Teil der Therapie kann über unsere Praxis organisiert werden. Auch bestimmte Chemotherapien oder Antikörperinfusionen über die Venen bzw. ein Port-System sind in unserer Praxis möglich. Für aufwendige Chemotherapien mit hohem Nebenwirkungspotential überweisen wir sie indes in spezialisierte urologische bzw. onkologische Kliniken.